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Winterquartiererfassung der Fledermäuse im Biosphärenreservat Südost-Rügen abgeschlossen

6. Februar 2018

Es herrscht winterliche Ruhe auf der Insel Rügen. „Auch wenn die Temperaturen zeitweise eher frühlingshaft waren, befinden sich viele Tiere noch im Winterschlaf“ erzählt Anne Petzold von der Biosphärenreservats-verwaltung.

In den vergangenen Tagen machte sie sich gemeinsam mit dem Ranger Frank Fiedrich auf, den Bestand der Fledermäuse in den fünf gesicherten Winterquartieren im Biosphärenreservat Südost-Rügen zu erfassen.

Ausgestattet mit Licht, Leiter und Endoskop konnten die beiden Fledermausexperten insgesamt 165 Fledermäuse zählen. Vor allem Fransenfledermäuse nutzen die Quartiere im Biosphärenreservat zur Überwinterung, aber auch Braune Langohren und Wasserfledermäuse waren regelmäßig anzutreffen.

Diese Arten bevorzugen erdfeuchte Keller ohne Zugluft mit relativ konstanten Temperaturbedingungen zwischen 4 und 7 °C. Kurze Frostphasen werden aber auch vertragen.

In den Winterquartieren hängen die Fledermäuse i.d.R. nicht frei an der Wand oder von der Decke, sondern ziehen sich in Spalten und Hohlräume im Mauerwerk oder die künstlich durch Hohlblocksteine geschaffenen Versteckmöglichkeiten zurück. „Dabei liegen insbesondere die Fransenfledermäuse auch gern mal auf dem Rücken“, weiß Ranger Frank Fiedrich zu berichten.

Manchmal findet man die Tiere aber auch in ungewöhnlichen Verstecken wie rostigen Rohren oder in alten Lampenfassungen.

Ein besonderer Fund gelang den beiden Fledermausspezialisten im ehemaligen Weinkeller in Putbus, welcher das größte bekannte Winterquartier von Fledermäusen im Biosphärenreservat Südost-Rügen darstellt.

Eine der Wasserfledermäuse trug einen Ring am Unterarm und die Ablesung der Ringnummer verriet, dass das junge Männchen über 130 km von seinem Sommerquartier in Ravensbrück (Brandenburg) bis nach Putbus geflogen war.

Einen weiteren Grund zur Freude gaben auch die Kontrollzahlen in dem im Sommer 2015 neu errichteten Fledermauswinterquartier in der Nähe von Binz. In den letzten beiden Wintern waren es jeweils nur drei Fledermäuse, in diesem Winter nutzen schon 13 Tiere das Quartier zur Überwinterung. Jetzt scheinen die Fledermäuse das Quartier gefunden zu haben und es bleibt spannend, wie es sich in den nächsten Jahren entwickeln wird.

Fransenfledermaeuse im Winterquartier in Putbus 

Zwei Fransenfledermäuse im ehemaligen Weinkeller in Putbus

 



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