Waldrallye: Schüler auf Jagd nach dem Juniorranger-Pass
11. Juli 2008
Blieschow/Klein Stresow Paul nimmt die Waldrallye allzu wörtlich. Er sprintet zum ein paar Meter entfernten Wassereimer, schöpft aus dem mittels einer Kelle das kostbare Nass, begibt sich auf den Rückweg zum nächsten Eimer, in den er das Wasser wieder füllen muss. Um Schnelligkeit geht's dabei überhaupt nicht. Denn Ranger Thomas Papke hat keine Stoppuhr in der Hand. Dafür einen Messbecher. Dessen Füllstand gibt am Ende darüber Auskunft, wie viel Wasser Paul und seine beiden Mitstreiter im Team bei ihren jeweils drei Umläufen vom einen zum anderen Eimer transportiert haben. „Mehr als 500 Milliliter. Das ist ein gutes Ergebnis“, lobt Ranger Papke.
Die gestrige Wald-Rallye war für Paul und die anderen 29 Juniorranger der Höhepunkt des einwöchigen Abenteuercamps im ehemaligen Schullandheim in Klein Stresow. Dort hatten Schüler der 2. bis 4.
Klassen der Grundschulen Sellin, Gager, Samtens und Poseritz ihre „Zelte“ aufgeschlagen, von dort aus die Natur erkundet. Sie sind am Dienstag nach Lauterbach gewandert, mit dem Boot zum Vilm übergesetzt und haben den schließlich umrundet. Am Mittwoch waren sie im Nationalpark-Zentrum Königsstuhl unterwegs und gestern eben zur Waldrallye gestartet. Mehrere Stationen galt es zu absolvieren. Sie mussten die Höhe eines Baumes ermitteln, ihn bestimmen, seine Frucht zu Papier bringen. An einer anderen Station war ihr Wissen über Tiere gefragt. „Wald, Wiese, Wasser“ – das Thema der Waldrallye.
Die Premiere des Juniorranger-Camps ging im vergangenen Jahr über die Bühne – mit fünf Schulen und 34 Kindern. Bei der zweiten Auflage waren es sieben Schulen und 60 Kinder. Dem Durchgang, der heute beendet wird, war ein anderer vorangegangen, bei dem 30 Mädchen und Jungen aus den Grundschulen Putbus, Binz und Garz dabei waren. „An diesen sieben Schulen haben wir im Schuljahr etwas mehr als 100 Kinder im Juniorranger-Projekt betreut. Für die, die an den Camps teilnehmen, ist es auch eine kleine Auszeichnung ihres Engagements, das freiwillig ist“, sagt Stefan Woidig vom Amt für das Biosphärenreservat Südost Rügen. Dieses Amt ist mit erheblichem Personaleinsatz mit von der Partie: „Zehn Mitarbeiter kümmern sich darum, dass das Camp für die Kinder ein Erfolg wird. Dazu werden wir noch von Eltern unterstützt.“ Ein Erfolg ist es für die ohne Zweifel, wenn sie heute ihren Juniorranger-Pass bekommen.
Chris-Marco Herold
