Von Eisenten, Kegelrobbe und Seeadler beeindruckt
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6. Mai 2009
Blieschow Eisenten kennt Emanuelle Favre aus ihrer Heimat nicht. Auf Rügen hat die junge Französin diese Vögel, die während des Winterhalbjahrs ein zahlreicher Gast an der Ostseeküste sind, zum ersten Mal gesehen. Die 23-Jährige hat Ökologie studiert und absolviert seit Januar ein Praktikum im Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen. Das nimmt sei drei Jahren an einem internationalen Programm teil, bei dem zur Monatsmitte europaweit rastende Wasservögel gezählt werden.
Drei Monate lang war Emanuelle fast täglich draußen an Küste und Bodden. Die beiden synchron schwimmenden Fischotter im Bereich Granitzer Ort und die Begegnung mit einer Kegelrobbe werden der jungen Frau lebhaft in Erinnerung bleiben, wenn sie im Juli wieder in ihre Heimat zurückgeht. Am meisten beeindruckt hat sie bisher ein Seeadler, den sie am Selliner See bei der Jagd nach Fischen beobachten konnte, erzählt Emanuelle in fast perfektem Deutsch. Das habe sie in der Schule gelernt, sagt sie. Aber so richtig erst auf Rügen. „Ich konnte vorher sagen, wie ich heiße und wie alt ich bin.“ Inzwischen weiß sie alle „schweren deutschen Namen“ für sämtliche Tiere und Pflanzen.
So ist sie als Muttersprachlerin derzeit auch dabei, die Internetseite des Biosphärenreservates ins Französische zu übersetzen. Außerdem beschäftigt sie sich mit ihrem Lieblingsthema: die Pflanzenwelt. Zusammen mit Amtsmitarbeiter Hilmar Schnick, der die Praktikantin schon bei der Vögelzählung betreut hat, werden besonders wertvolle Pflanzenarten für die Region im Rahmen des Florenschutzkonzeptes MV von 2009 für das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie gesucht und dokumentiert.
Über Langeweile kann die junge Frau jedenfalls nicht klagen, auch Land und Leute hat sie bei Fahrten in die Hansestädte von MV und nach Usedom schon kennengelernt. Auf ihren Ausflug nach Hiddensee freut sie sich schon. Und Heimweh? „Nein, habe ich nicht, aber ich freue mich auch auf meine Familie und Freunde.“ Partyweh habe sie eher, lacht Emanuelle, die später einmal im Umweltschutz oder als Lehrerin arbeiten möchte. Am liebsten im schweizerischen Genf, das 20 Minuten von ihrem Heimatort entfernt liegt. Aber erst einmal geht es nach Rügen für drei Monate nach Südamerika.
GERIT HEROLD

Emanuelle Favre (23) aus Frankreich ist Praktikantin im Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen
Foto: Gerit Herold
