Kleinbahnstation wieder mit Leben füllen
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Dienstag, 10. Juli 2007 | Ostseebäder
An dem Haltepunkt Philippshagen wurde das alte Nebengebäude saniert und ein Info-Punkt errichtet. Das Bahngebäude soll wieder Gaststätte werden.Philippshagen Wochenlang war um das Nebengebäude des Kleinbahnhaltepunktes Philippshagen eine grüne Plane gespannt. Nun ist der Vorhang gefallen. Das 1928 als Fahrkarten- und Gepäckhäuschen errichtete Gebäude erstrahlt in neuem Glanz. In dem kleinen Fachwerkhaus sowie an einer großen Infotafel daneben können sich nun Wanderer und Radler über den Kleinbahnhof, den Rasenden Roland sowie über das Biosphärenreservat Südost-Rügen informieren.
Die Idee dazu hatte Axel Müller von der Biospährenreservatsverwaltung schon 2002. Um diese auch finanziell umsetzten zu können, holte man sich den Selliner Hotelier Achim Kreß ins Boot, der Eigentümer von Bahnhofs- und Nebengebäude ist. „Ich habe lange überlegt, in etwas zu investieren, das mir nichts bringt“, gibt Kreß zu. „Aber ich bin gebürtiger Poke.“
Geboren ist er nebenan. In der 1898 errichteten Ladestation Philippshagen, in der einige Jahre später auch eine Schankwirtschaft betrieben wurde. Von Kreß's Urgroßeltern Luise und Herrmann Koch. Später kehrten in dem beliebten Ausflugslokal hungrige und durstige Wanderer oder Einwohner bei seiner Oma Käthe Trogisch ein. Im April 1966 wurde das Restaurant „Tannenheim“ geschlossen. Bis in die 90er Jahre wurde es verschiedenartig genutzt, als Lagergebäude und kurzzeitig auch als Imbiss. Nun nagt der Zahn der Zeit an dem denkmalgeschützten Haus.
Die Eröffnung des Info-Punktes ist für Achim Kreß der erste Schritt. Der zweite ist die Wiederbelebung des Restaurants. Das Gebäude soll nach historischem Vorbild saniert werden. Lediglich die Terrasse soll verglast werden. Grund: Die Gaststätte, die Sohn Daniel einmal leiten wird, soll ganzjährig geöffnet haben. Auch der Cafégarten hinter dem Haus soll wieder entstehen. In der oberen Etage des Gebäude sind fünf Ferienzimmer geplant.
Eigentlich sollte es dieses Jahr losgehen. Doch es gibt ein Problem: die verkehrstechnische Anbindung. Eine Abbiegerspur von der stark befahrenen B 196 muss her. Doch das Straßenbauamt Stralsund erteilt Auflagen. Mehrkosten von mindestens 100 000 Euro. „Das geht gar nicht“, sieht Kreß seine Finanzierung kippen. Das Thema ist mittlerweile in den Amtsstuben des Kreises gelandet. Dass nun schnell eine Lösung gefunden wird, hofft auch Landrätin Kerstin Kassner.
GERIT HEROLD

Die historische Aufnahme zeigt die Kleinbahnstation Philippshagen mit dem Restaurant „Tannenheim“. So soll es nach der Sanierung wieder aussehen.Foto: p.
