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Fast 700 Schüler haben Rügens Küsten geputzt

 

11. Juni 2009

Die erste inselweite Küstenputz-Aktion ist beendet. Seit April bis jetzt haben an die 700 Schülerinnen und Schüler an Rügens Außen- und Innenküsten Müll gesammelt.

Blieschow Rügens Außen- und Boddenküsten sind ein Stückchen weit sauberer geworden. Dafür hat in den vergangenen Monaten der Nachwuchs der Rüganer gesorgt. Grund- und Regionalschüler haben keine Mühe gescheut, sich mit Begeisterung dem Projekt „Küstenputz“ gewidmet. Den Schlusspunkt setzten in dieser Woche Schüler der „schönsten Schule der Insel“, wie es Landrätin Kerstin Kassner, Schirmherrin der Aktion, hervorhob und Mädchen und Jungen der 4. Klasse der Grundschule Putbus meinte. Die waren an der Boddenküste vom Badehaus Goor bis nach Freetz unterwegs.

Und dort kamen sie, ebenso wie ihre Mitstreiter aus den anderen Inselschulen bei deren Touren, nicht ohne leere Hände beziehungsweise Säcke an. Der eingesammelte Müll reichte völlig aus, um dem Müllmonster noch einen Elefanten zur Seite zu stellen. Mit ihrer Abfallkreation nehmen sie auch an einem vom Tourismusverband Rügen initiierten Wettbewerb teil. Dessen Jury tagt am 16. Juli. Ein oder zwei Tage später, jedenfalls rechtzeitig vor den Ferien, werden die Sieger verkündet, deren Klassenkasse schließlich etwas aufgefüllt wird.

Ist dieser Wettbewerb neu, hat der Küstenputz inzwischen seine dritte Saison erlebt. Anfänglich hat sich die Aktion des Amtes für das Biosphärenreservat weitestgehend auf das Gebiet des Biosphärenreservates beschränkt. In diesem Jahr wurde daraus eine inselweite. Vom Mönchgut und Sellin, über Binz und Sassnitz bis hoch nach Wittow waren die insgesamt 680 Küstenputzer unterwegs. Und haben einiges an Müll aufspüren können. Stefan Woidig vom Amt für das Biosphärenreservat hat‘s gezählt: Seit Anfang April bis jetzt haben die Schüler etwas mehr als 50 Säcke (jeweils 120 Liter) mit Müll füllen können, der innerhalb des Biosphärenreservates gefunden wurde. In mehr als 60 blauen Säcken musste der Abfall abtransportiert werden, den die Mädchen und Jungen jenseits des Reservates aufspüren konnten. „Das ist nicht mehr und nicht weniger als in den beiden Jahren zuvor“, wusste Woidig.

Die Palette des an der Küste angeschwemmten oder weggeworfenen Mülls ist ein breite. Fischkisten finden sich darunter, Flaschen, Fußmatten, diverse Behältnisse, Gartenstühle und und und — und auch eine Zahnspange, wie sie die Putbusser Schüler aufspüren konnten. Vielleicht war es ja keine böse Absicht ihres früheren Besitzers, sondern er oder sie hat einfach nur den Mund zu weit aufgerissen beim Staunen über die Schönheit der Rügener Landschaft. Von der die Landrätin sagt: „Die Rüganer wissen zumeist gar nicht, was sie hier Besonderes haben. Das müssen sie sich erst von den Touristen sagen lassen.“ In ihrem Amt als Schirmherrin hatte sie vor der Aktion versprochen, sich um einen kostenlosen Zubringerverkehr für die Schüler zu den Einsatzorten zu kümmern. Sie hat sich gekümmert. Die Rügener Personennahverkehrs GmbH hat den Shuttle sichergestellt und so während der Aktionszeit weit mehr als 300 Schüler und Lehrer mit Sonderfahrscheinen kostenlos befördert, wie Michael Lang, Pressesprecher des kreiseigenen Unternehmens, in diesem Zusammenhang zu berichten wusste.

CHRIS-MARCO HEROLD



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