Informiert durch die Landschaft
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Auf Schusters Rappen im Biosphärenreservat unterwegs und gut informiert sein – ein neues Landschaftsinformationssystem macht es möglich.
20. März 2008
Blieschow Die Granitz ist ein Eldorado für Wanderer. In dem Waldgebiet zwischen Binz und Sellin stehen denen drei ausgewiesene Hauptwanderwege mit einer Gesamtlänge von etwa 50 Kilometern zur Verfügung, kann Stefan Woidig vom Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen berichten. Und auch, dass die Wanderer Meter um Meter immer schlauer werden, ihr Wissen über die Granitz erweitern können. Denn das Amt hat für das Biosphärenreservat im Allgemeinen und für die Granitz im Speziellen ein Landschaftsinformationssystem installieren lassen. Wegweiser wurden überarbeitet und erneuert, neue Tafel aufgestellt.
Für die Granitz handelt es sich dabei um sechs an der Zahl: im Bereich Sellin (Hartmannsruh, Mutter-Kind-Klinik), im Bereich Binz (Klünderberg, Fischerstrand, Torhaus) sowie eine weitere am Torhaus Blieschow. Auf letztgenannter Tafel kann sich der Wanderer beispielsweise umfassend über die Granitz einst und heute informieren. Weitere Informationen gibt es zur Geschichte der Torhäuser und zum Biosphärenreservat generell. Über das wird auch an den weiteren Standorten von Tafeln in Gager, Groß Zicker, Tannenheim, Nadelitz und Putbus informiert. „In diesem Jahr wollen wir im Reservatsgebiet das Informationssystem vervollkommnen“, blickt Stefan Woidig auf weitere noch aufzustellende Tafeln am Wreecher See, in der Goor und auf dem Vilm. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Michael-Succow-Stiftung beziehungsweise mit der Außenstelle des Bundesamtes für Naturschutz.
An der höchsten Erhebung der Granitz, dem Tempelberg, angekommen ist es mit den Informationen zum Biosphärenreservat noch nicht zu Ende. Seit 2004 betreibt das Amt das Granitzhaus als Info-Stelle für das Biosphärenreservat. Und dort hat eine komplette neue Ausstellung Einzug gehalten, für die im Herbst 2006 das entsprechende Konzept in Auftrag gegeben wurde. Das ist inzwischen zu einem Teil umgesetzt worden und bezieht den Fußboden mit ein. Der ist mit verschiedenfarbigem Beleg belegt. Gekennzeichnet werden die Kern-, die Pflege- sowie die Entwicklungszone des Biosphärenreservates. Die Kosten allein hierfür belaufen sich auf 5000 Euro. Weitere 2000 Euro sind für neue Aufsteller ausgegeben worden. Auf denen stehen Informationen zum Biosphärenreservat im Vordergrund, gibt es zudem weitere zur Landwirtschaft, zum Tourismus und zur Küstenfischerei im Reservat. Und natürlich zur Granitz.
Für die ist auch die Geschichte bemüht worden. So ist überliefert, was seinerzeit Gastwirt Tiedemann aus Pantow über die Nixen im Schwarzen See berichtete: „Im Schwarzen See wohnen die Nixen. Zu gewissen Zeiten kommen sie an die Oberfläche des Wassers, und wenn sie dann einen einzelnen Mann oder Jüngling am Ufer erblicken, so locken sie ihn an sich und ziehen ihn mit sich in die Tiefe hinab. Daher ist es gefährlich, an schönen Sommertagen allein am Ufer des Schwarzen Sees zu verweilen.“
CHRIS-MARCO HEROLD
