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12,2 Millionen Euro für Naturschutz in Ostrügen

5. Juni 2009

Landschaftspflegeverband zieht Bilanz im Großprojekt „Ostrügensche Boddenlandschaft“

Lancken-Granitz (OZ). 14 Jahre lang waren Spezialfirmen, Umweltschützer und ABM-Kräfte im Südosten von Rügen im Einsatz, um Altlasten zu beseitigen, bedrohte Lebensräume zu renaturieren und vergessene Landschaftsräume wieder erlebbar zu machen. Insgesamt 12,2 Millionen Euro flossen seitdem in das Naturschutzgroßprojekt „Ostrügensche Boddenlandschaft“. Nun erklärt das Bundesamt für Naturschutz (BfN) das Förderprogramm für das 24 800 Hektar große Inselareal für beendet. Das Amt und der Landschaftspflegeverband Rügen als Projektträger ziehen eine Bilanz: Es sei gelungen, vor allem in der 11 094 Hektar großen Kernzone hochwertige Naturareale mit geschlossenen Waldbereichen, Niedermooren und Magerrasenflächen zu sichern, sagt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel. Gefördert über das vor 30 Jahren gestartete Projekt „Chance Natur – Bundesförderung Naturschutz“ habe das Projektgebiet größeren Anstrengungen erfordert als andere. Um die Vielseitigkeit der bundesweit einzigartigen Landschaft mit ihren flachen Meeresbuchten, Dünen, Strandwällen, Flachwasserseen, Niederungen und alten historischen Wäldern zu erhalten und Besucherströme zu lenken, seien rund 1000 Hektar Grundstücke gekauft worden. Weitere 350 Hektar wurden von der Bodenverwaltungs- und Verwertungsgesellschaft (BVVG) kostenlos an den Landschaftsverband übertragen.

Nach Angaben der Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes, Sabine Bath, konzentrierten sich die Arbeiten im Wesentlichen auf sechs Projekte. Mit einem Aufwand von 3,5 Millionen Euro habe die auch von der EU unterstützte Sanierung des Schmachter Sees bei Binz zu den finanziell aufwändigsten Vorhaben gehört. Aus dem Verlandungssee seien riesige Mengen Schlamm gebaggert und auf Felder verbracht worden. Dabei habe es sich vor allem um Einträge aus einer früheren Kläranlage und der Landwirtschaft gehandelt, deren Schadstoffe in der Vergangenheit immer wieder zu Massenfischsterben geführt hatten.

Komplett renaturiert wurde für rund 260 000 Euro die ehemalige Militärliegenschaft bei Klein Zicker. „Dafür wurden fast ein Dutzend Gebäude einer sowjetischen Radarstation zurückgebaut, 45 000 Kubikmeter Betonmüll entsorgt und frühere Terrassen eingeebnet“, sagte Bath. Nach Aussaat einer Spezialsamenmischung entstanden küstentypische Trockenrasen. Von einem zugänglichen Plateau haben Besucher jetzt einen einzigartigen Ausblick über die Halbinsel.

Landschaftspflegerische Akzente setzten die Helfer darüber hinaus mit der Entbuschung der berühmten Feuersteinfelder bei Prora, dem Abriss einer heruntergekommenen Bungalowsiedlung bei Göhren, der Wiedervernässung eines Polders am Neuensiener See und der Wiederherrichtung des Semper Parks bei Lietzow, der 2003 zum Außenstandort der IGA Rostock wurde.

Viele der Projekte würden inzwischen von den jeweiligen Kommunen gepflegt, sagt Bath. Doch die Arbeit ihres Verbandes werde mit dem Ende des Projekts nicht eingestellt. „Derzeit arbeiten wir zum Beispiel an der Vernetzung des Wegenetzes der Insel und an einer einheitlichen Beschilderung.“ Zudem würden Ausgleichsmaßnahmen für künftige Projekte wie den Bau einer Vattenfall-Trasse zu den geplanten Offshore-Windparks vorbereitet.

Ralph Sommer



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