Neue Entdeckungstouren entlang der Kleinbahn-Gleise
27. Mai 2009
Kleinbahn und Biosphäre informieren über Sehenswertes an entlegenen Haltepunkten.
Garftitz Jeder Ausstieg ein Erlebnis. Das gilt aus Sicht des Biosphärenreservats Südost-Rügen und Rügensche BäderBahn „Rasender Roland“ für die Kleinbahnhaltestellen zwischen Putbus und Göhren. Und zwar nicht nur an den bekannten Badeorten wie Binz, Sellin, Baabe und Göhren, sondern auch, wenn man den „Roland“ an den kleinen, eher unbekannten Haltestellen verlässt. Nicht nur an den Stränden und Promenaden der Seebäder ist es schön und gibt es etwas zu entdecken, sondern auch in der Granitz oder in der Baaber Heide.
Dass es sich für Gäste, aber auch Einheimische durchaus lohnt, auch einmal in Posewald, Seelvitz/Nistelitz, Garftitz oder Philippshagen auszusteigen und die nähere Gegend zu erkunden, nahmen Biosphäre und Kleinbahn zum Anlass, in einer ersten gemeinsamen Veröffentlichung darüber zu informieren. In einer Auflage von 50 000 Stück im Wert von 3000 Euro, die sich beide Partner teilten, entstand ein umfangreiches Informationsblatt, das Informationen liefert über alle 14 Haltpunkte sowie über das Biosphärenreservat und den „Rasenden Roland“. Die besagten Flyer liegen ab sofort an den Kleinbahnhöfen sowie in den Info-Zentren des Biosphärenrservates und in den Kurverwaltungen kostenlos aus.
Gleichzeitig wurde gestern am Haltepunkt Garftitz eine Info-Tafel eingeweiht, auf der sich Reisende über die Station und die Sehenswürdigkeiten der Umgebung wie Finnischer Krieger, Allee von Blieschow nach Lancken-Granitz, Granitzhaus und Großsteingräber von Lancken-Granitz belesen können. Auf der Rückseite der Tafel befindet sich eine Karte, auf der das Biosphärenreservat und der Streckenverlauf der Bahn abgebildet ist. Eine zweite Tafel wurde an der Station Jagdschloss aufgestellt.
„Es ist für uns nicht selbstverständlich, mit einem Partner entlang der Bahnstrecke ein gemeinsames Projekt zu schaffen, wo viele lieber ihr eigenes Süppchen kochen. Das ist etwas sehr Positives“, erklärte Matthias Kley, kaufmännischer Leiter der Bäderbahn, der sich darin auch eine Vorbildwirkung für Projekte mit anderen Partnern erhofft. Die Bäderbahn ist Betreiber des „Rasenden Roland“ und Pächter der Haltestellen. Deren Eigentümer ist der Landkreis. „Es ist ein Beitrag für ein attraktives Angebot, das wir gerne weitermachen wollen. Da das Biosphärenreservat die gesamte Strecke umfasst, passt das gut zusammen.“ So sind die nächsten Infotafeln geplant für die Haltestellen Posewald und Seelvitz. Letztendlich ist es auch im Interesse von beiden Partnern, die Gäste von der Straße auf die Schiene zu holen. In Kundenbefragungen der Kleinbahn hatten viele Gäste angegeben, dass es für sie ein Schlüsselerlebnis war, wenn sie mit 30 km/h im Roland an den Staus vorbeigezuckelt sind, so Kley.
GERIT HEROLD