Mitwinter-Wasservogelzählung im Biosphärenreservat Südost-Rügen
21. Januar 2009
„Wir haben bis jetzt nahezu 8.000 Reiherenten gezählt“ meint Thomas Papke mit Blick auf die vor ihm liegenden Zähllisten. Zusammen mit vier weiteren Mitarbeitern des Amtes für das Biosphärenreservat Südost-Rügen hatte sich der Ranger am vergangenen Wochenende an der Mitwinter-Wasservogelzählung beteiligt.
Insgesamt wurden an 8 Zählpunkten Daten erhoben. Dabei konnten fast 5.000 Höckerschwäne, mehr als 1.500 Singschwäne und nahezu 9.000 Berg- und Reiherenten gezählt werden.
„Neben den in großer Zahl vorkommenden Arten konnten aber auch einige weitaus seltener vorkommende „Wintergäste“ erfasst werden“, meint Ranger Thomas Papke und verweist auf die etwa 300 gezählten Zwergsäger. Die kleine Sägerart ist typischer Wintergast in der südlichen Ostsee. Der eigentliche Lebensraum befindet sich im nördlichen Europa innerhalb des borealen Nadelwaldgürtels mit seinen weiten Kiefern- und Lärchenbeständen. Die Art brütet bevorzugt auf von Hochwald eingeschlossenen Seen und Niederungen. Die Nester werden meist auf kleinen, mit Baumgruppen bestandenen Inseln angelegt.
In den Wintermonaten besteht die Nahrung des Zwergsägers fast ausschließlich aus kleinen Fischen. Im Sommer ernähren sich die kleinen Tauchenten außer von Fischen auch noch von Wasserinsekten und deren Larven und nehmen als Beikost Frösche, Krebse, Würmer und Pflanzenteile auf.
Neben dem Zwergsäger kommen die etwas größeren und weitaus häufigeren Mittel- und Gänsesäger im Gebiet des Biosphärenreservates vor.
Das Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen engagiert sich seit 2006 innerhalb der international stattfindenden Erhebungen der Wasservögel. Neben Deutschland sind alle Ostseeanrainer sowie Holland und England beteiligt. Die in Deutschland erfassten Daten werden durch den Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) zusammengefasst und analysiert, die Auswertung aller international erhobenen Daten erfolgt in England.
Ranger Thomas Papke und Bernd Hoppmann bei der Wasservogelzählung
