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Mehr Verkehr geht nicht mehr

 

Allen Verkehrskonzepten zum Trotz: Der Individualverkehr ist während der Saison weiter auf dem höchsten Niveau unterwegs.

Von CHRIS-MARCO HEROLD

Bäderküste. Wer an der Bäderküste lebt, der lebt nicht nur mit Sonne, Wind und Wellen sondern auch dem Stau, der Saison für Saison so sicher kommt, wie das Amen am Ende der Predigt ausgesprochen wird. In diesem Jahr war es so, im nächsten wird es wieder so sein. Aber es gibt eine gute Nachricht. Die kann Franko Adam verkünden: „Schlimmer kann es nicht mehr werden. Die Obergrenze der Verkehrsbelastung ist erreicht“, sagt der Mitarbeiter des Amtes für das Biosphärenreservat Südost-Rügen. Er führt die Regie bei den seit Anfang der neunziger Jahren jährlich vorgenommenen Verkehrszählungen.

Daher weiß er auch zu berichten, dass mittlerweile seit Jahren das Verkehrsaufkommen in der Saison an der obersten Belastungsgrenze angekommen ist. Wie gesagt: „Mehr geht nicht mehr.“ Bis auf den 25. Juli dieses Jahres. An diesem Tag mussten die Zähler am Ende eines Zähltages, der von 6 bis 20 Uhr andauert, verwundert registrieren, dass sie einen Zählrekord aufgestellt hatten – mit freundlicher Unterstützung der mobilen Urlauber und ihrer Gastgeber. So sind am genannten Tag am Mönchgraben 17 796 Fahrzeugbewegungen registriert worden. „Das bedeutete, dass im Stundendurchschnitt 1271 Fahrzeuge das Mönchgut-Tor passiert haben“, erläutert Franko Adam und geht noch weiter ins Detail: „Zwischen 11 und 12 Uhr gab es zudem mit 1028 Fahrzeugbewegungen nur in Richtung Sellin das größte Verkehrsaufkommen an diesem Tag.“ Ist die Obergrenze im Südosten erreicht, gibt es zwischen Lonvitz und Zirkow Jahr für Jahr Steigerungsmöglichkeiten. Seit die Straße ausgebaut wurde wächst dort das Verkehrsaufkommen immer mehr an. „In den Jahren 1998/99 wurden dort lediglich 300 Fahrzeuge registriert. In diesem Jahr waren es dagegen schon insgesamt 1300“, weiß Adam.

Weiterhin weiß er angesichts der Zahlen, dass es in den vergangenen Jahren keinesfalls gelungen ist, den Individualverkehr mehr und mehr in die Schranken zu verweisen. „Man hat Radwege ausgebaut, damit die Urlauber ihr Auto stehen lassen und sich mit Rad fortbewegen. Das tun sie auch, aber ganz anders als gedacht“, sagt Franko Adam.Seinen Worten zufolge werde die Kombination Auto-Fahrrad genutzt. Mit dem Auto und dem Drahtesel huckepack geht es von der Bäderküste aus über die Insel, um schließlich auf Wittow mit dem Fahrrad zu fahren.



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