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Der Buchen wegen nach Rügen

 

 

8. Mai 2008

Blieschow Ende des Monats geht es wieder zurück nach Blois, ins Tal der Loire. Wenn Martin Nouis seine sieben Sachen gepackt hat, wird er sicherlich mit ein bisschen Wehmut den Rucksack schultern. Wehmut nach zwei Monaten auf Rügen, im Biosphärenreservat zwischen Putbus und Klein Zicker. Wehmut, weil sich der Franzose von den Buchenwäldern verabschieden muss. „Die gefallen mir sehr, deswegen habe ich mich auch für ein Praktikum hier beworben“, sagt der Student der Landschaftsarchitektur.

Mit der Buche kam der 24-Jährige das erste Mal im September des vergangenen Jahres in Dänemark in Berührung und übers Internet schließlich mit dem Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen in Kontakt – für ein Praktikum in der Praxis, „das wir innerhalb des Studiums zu absolvieren haben“, sagt Martin Nouis. Seine Studienkollegen wählten England, Irland, China, Neuseeland oder die USA. Er Rügen, eben wegen der Buchen.

Und einige junge kann er inzwischen auch seine „eigenen“ nennen, denn zusammen mit Rangern des Amtes hat er Rotbuchen in der Baaber Heide gepflanzt. „Wir verfolgen dort zusammen mit dem Forstamt den naturnahen Umbau eines Kiefernforstes“, erläutert Amtsmitarbeiter Stefan Woidig.

Martin Nouis blättert in seinem Praktikumstagebuch. Seine einzelnen Taten im Sinne der Natur sind dort aufgelistet. Beispielsweise zwei Mal täglich Amphibien zählen und bestimmen in Baabe, Göhren und Gager. Nächstes Blatt: Biotopmonitoring. „Anhand von Luftbildern habe ich die Veränderungen am Boden zu erfassen“, sagt der Student und blickt kurz aus dem Blieschower Amtsgebäude hinaus. Auf dem Tastpfad gegenüber war er auch zu Gange, hat den wieder für die Saison instandgesetzt, Handläufe repariert und und und.

„Unser Amt erreichen zahlreiche Anfragen für Praktika“, sagt Stefan Woidig. Wer eines in der Praxis wolle, der komme zum Zuge, „weil wir für welche im Büro kaum Platz haben“. Zudem hätten die Praktikanten in der Praxis sehr gute Möglichkeiten sich weiter zu entwickeln“, ist Woidig sich sicher.

Chris-Marco Herold

 

Das Wörterbuch immer griffbereit. Martin Nouis aus Frankreich, hier am Insektenhotel gegenüber des Amtssitzes in Blieschow, absolviert ein zweimonatiges Praktikum im Biosphärenreservat Südost-Rügen.

Foto: Chris-Marco Herold



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