Wanderwetter
7. April 2011
Es ist wieder soweit. Die ersten Sonnenstrahlen erwärmen den Boden und so mancherorts kann man sie wieder laufen sehen – Kröten, Frösche und Molche. Jedes Jahr, wenn die Bodentemperaturen auf etwa 7 Grad steigen, beginnen die Amphibien ihre Wanderung.
Grund dafür ist das bevorstehende Laichen und das zieht die Tiere in ihre Geburtsgewässer. Die liegen nicht selten auf der anderen Seite einer Straße und sind eben nur über diese zu erreichen. Damit sie dem Straßenverkehr aber nicht zum Opfer fallen, helfen Ranger des Biosphärenreservates Südost-Rügen, Mitglieder des Nabu und Freiwillige, sie sicher zu den Laichgewässern zu bringen. Dies geschieht durch das Aufstellen von sogenannten „Krötenzäunen“. Solche findet man an den Standorten Güttin, Dolgemost und am Baaber Bollwerk.
Jedes Jahr werden die etwa 35 – 40 cm hohen Zäune im Gebiet des Biosphärenreservates in Baabe und in Güttin und Dolgemost als Hilfe für den Landkreis Rügen aufgestellt. Alle 10 m wird zusätzlich ein Eimer eingegraben, in den dann die Tiere bei der Wanderung fallen. Jeweils morgens und abends wird dieser Eimer am Laichgewässer entleert. Dabei wird auch ein Monitoring, also eine Zählung der Tiere nach Art und Anzahl durchgeführt. So wurden bereits Erdkröten, Wasser- und Grasfrösche, Molche und auch Knoblauchkröten gesichtet. In diesem Jahr konnten alleine am milden ersten Aprilwochenende etwa 550 Kröten und Molche in Güttin gezählt und umgesetzt werden.

Ranger Friedhelm Radtke und Uwe Krenkel beim Aufbau eines Krötenzaunes in Güttin
