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Wahnsinn: 14500 Autos am Tag rollen von und nach Mönchgut

oz

11. August 2015

Das Biosphärenreservat hat seine diesjährige Verkehrszählung abgeschlossen. Fazit: Das Aufkommen der Fahrzeuge ist wie seit Jahren an der Kapazitätsgrenze.

Bäderküste. Es ist zwar „nur“ eine Stichprobe, aber doch ein typisches Beispiel, was im Hochsommer auf den Straßen im Südosten der Insel verkehrstechnisch los ist: der blanke Wahnsinn. Am 26. Juli wurden am Mönchguttor zwischen Sellin und Baabe auf der Bundesstraße 196 insgesamt 14500 Kraftfahrzeugbewegungen gezählt. So viele wie noch nie bei den seit 1993 alljährlich durchgeführten Erhebungen durch das Biosphärenreservat Südost-Rügen. Zum Vergleich: Im letzten Jahr lag der Spitzenwert bei 12000 Fahrzeugen, die an einem Julitag an diesem Nadelöhr gezählt wurden.

„Das hohe Fahrzeugaufkommen war sicherlich auch den an diesem Tag herrschenden Witterungsverhältnissen mit kühlen Temperaturen und häufigen Regenschauern geschuldet. Die Urlauber haben den Tag für Ausflüge mit dem Auto in die nähere Umgebung genutzt. Hierauf deutet auch hin, dass am gleichen Tag mit etwa 2100 Radfahrern nur etwa 80 Prozent der in den letzten Jahren häufig erhobenen Gesamtzahl erfasst wurden“, meint Stefan Woidig von der Biosphärenreservatsverwaltung.

Zehn Mitarbeiter der Behörde haben sich am 22. und 26. Juli mit Stift und Zettel am Mönchguttor hingesetzt und alle Verkehrsteilnehmer gezählt, die es auf der Straße und auf den Radwegen passierten.

Fazit: Das Aufkommen der Fahrzeuge ist wie seit Jahren an der Kapazitätsgrenze.

Die Verkehrszahlen der Vorsaison wurden bereits Ende März erfasst. „Gezählt wurde seinerzeit zwischen 6 und 20 Uhr jeweils an zwei Wochentagen, am Mittwoch und Sonntag, um die Verkehrssituation sowohl wochentags als auch am Wochenende zu erfassen“, sagt Woidig. Die meisten Verkehrsbewegungen wurden schließlich am Vormittag zwischen 10 und 12 Uhr sowie am Nachmittag zwischen 16 und 18 Uhr erfasst. Hier wird ein unmittelbarer Zusammenhang mit den Ausflugsaktivitäten der Verkehrsteilnehmer gesehen.

Damit die Urlauber ihr Auto stehen lassen und in die Busse des öffentlichen Nahverkehrs umsteigen, haben Sellin, Baabe und Göhren im Mai 2013 ein Pilotprojekt gestartet, um den Individualverkehr zu drosseln. Inhaber einer Kurkarte können den ÖPNV fahrpreislos nutzen. Aufgrund der guten Resonanz wurde das Angebot Stück für Stück geografisch und zeitlich erweitert. Jetzt können Kurkarteninhaber sogar bis nach Klein Zicker fahren — und zwar ganzjährig.

„Unsere Gäste und Vermieter sind begeistert von diesem Angebot. Die Auswertung im Herbst diesen Jahres wird zeigen, wie viele Gäste das Angebot nutzen und wie sich die Verkehrssituation verändert hat“, erklärt Aranka Wilke, Leiterin der Kurverwaltung Thiessow, gestern gegenüber der OZ. Dass das Verkehrsaufkommen zurückgegangen sei, dafür hat man im kleinsten Ostseebad der Insel Zahlen anhand einer eigenen, seit Jahren durchgeführten Zählung ein Mal im Jahr am Ortseingang. Waren es vom 1. bis 6. August 19000 Fahrzeuge, so wurden vom 22. bis 25. Juli dieses Jahres 14000 dokumentiert. Das waren pro Tag 3500.

Auch in Sellin sammelt man gute Erfahrungen: „Von den Urlaubern und Touristen wird das Angebot immer mehr angenommen“, weiß Kurdirektorin Adriana Zawisza. Das bestätigen nicht nur Gäste und Einheimische, sondern auch die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen mbH. „Es gibt Überlegungen, im nächsten Jahr mehr Busse einzusetzen, weil in der Hochsaison die Kapazitätsgrenze erreicht ist“, weiß Zawisza.

Gerit Herold

Verkehrszählung_2014

Hohes Verkehrsaufkommen am Kreisverkehr zwischen Baabe und Göhren in der Sommersaison




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