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Uni-Studie: Rüganer stehen zur Biosphäre

 

 

18. Mai 2011

Umfrage unter Bevölkerung im Schutztgebiet zeigt gute Kenntnisse und Akzeptanz.

Lancken-Granitz (OZ) - Die Grabenkämpfe der Vergangenheit zwischen dem Biosphärenreservat Südost-Rügen und den im Schutzgebiet tätigen Bürgermeistern hätten es anders vermuten lassen. Doch die Mehrheit der Bevölkerung steht hinter der Biosphäre. Das sind die ersten Ergebnisse des Forschungsprojektes „Gesellshaftliche Prozesse in deutschen UNESCO-Biosphärenreservaten“ der Universität Greifswald, das von 2009 bis 2012 durchgeführt wird. Untersucht werden die Biosphärenreservate Südost-Rügen, Mittelelbe, Schaalsee und Schorfheide. Bestandteil ist auch eine Bevölkerungsbefragung. Die ersten Zahlen präsentierte Clara Buer, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Greifswald, den Mitgliedern des Bioshärenreservatsbeirates.

Per Telefon wurden im November 2010 Interviews mit Einwohnern aus den Bereichen Binz, Putbus und Mönchgut geführt — im Durschnitt 13 Minuten lang. Gestellt wurden 30 Fragen zum Biosphärenreservat und 15 zu persönlichen Angaben. Die Eingangsfrage habe sich nicht auf das Biosphärenreservat, sondern auf Rügen und Natur allgemein bezogen. 368 Männer und Frauen ab 18 Jahre konnten befragt werden. Zwei Drittel von ihnen haben die Frage, ob sie stolz sind, auf Rügen zu leben, mit „ja“ beantwortet. Ebenso viele äußerten, dass ihnen der Name Biosphärenreservat „gut“ oder „sehr gut“ vertraut sei.

Erstaulich viele Befragte, ebenfalls zwei Drittel, kannten das Informationszentrum der Biosphäre am Jagdschloss. Sogar 40 Prozent davon haben es besucht. Das Gütesiegel „Rügen Produkte“ kannten 85

Prozent. Die Frage über den Fortbestand des Biosphärenreservates befürworteten 75 Prozent mit ja. Lediglich 4,2 Prozent waren dagegen. 68 Prozent der Befragten gaben an, dass sie auf Rügen aufgewachsen sind.

Kritisiert wurde von den Mitgliedern des Beirates, dem neben den Bürgermeistern von Baabe, Göhren, Sellin, Middelhagen, Thiessow, Gager, Lancken-Granitz, Zirkow, Binz und Putbus zehn weitere Interessenvertreter wie Forst, Fischerei- und Kreisbauernverband angehören, dass sich jeweils zu einem Drittel Binzer, Putbusser und Mönchguter geäußert hätten. Der Anteil der „Betroffenen“ sei zu gering, kein Thiessower und Middelhagener unter den Befragten. Die geringere Trefferquote in kleinen Gemeinden mag damit zusammenhängen, dass es dort weniger Festanschlüsse gebe bzw. bekannt seien.

Die Nummern seien nach dem Zufallsprinzip ausgewählt worden, so Buer.

„Es ist enorm, dass die meisten hinter dem Biosphärenreservat stehen. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg“, so Beiratsvorsitzende Gundela Knäbe. Auch die noch laufende Befragung von Bürgermeistern und Amtsträgern soll im Beirat vorgestellt werden. Es werde sich dann zeigen, „ob und wie die Schere auseinandergeht.“



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