Studenten untersuchen Biosphäre Südost-Rügen
28. Februar 2011
Mönchgut (OZ) - Wo übernachten Sie? Wie viel Geld geben Sie hier aus? So mancher Tourist in der Rhön und im Vessertal in Thüringen hat diese Fragen schon gehört von Studierenden der Universität Würzburg. Ab Mai wollen die jungen Leute dies Fragen auch Besuchern des Biosphärenreservates Südost-Rügen stellen, kündigt die Universität an. Die untersucht im Auftrag des Bundesumweltministeriums, welchen wirtschaftlichen Nutzen Biosphärenreservate für die Regionen haben.
Für die deutschen Nationalparks kennen die Geographen die Antwort schon. Im Bayerischen Wald zum Beispiel geben die jährlich 760 000 Gäste doppelt so viel Geld aus, wie der Staat in den Park investiert: Sie sorgen für einen Jahresumsatz von 27,8 Millionen Euro. Und im Nationalpark Sächsische Schweiz lassen die jährlich 1,7 Millionen Besucher so viel Geld, dass damit — rein rechnerisch — der Lebensunterhalt von 1880 Personen gesichert ist.
Jetzt werden Biosphärenreservate unter die Lupe genommen. Seit August 2010 ist Geographie-Professor Hubert Job mit seinem Team von der Universität Würzburg bereits in den Biosphärenreservaten Rhön und Vessertal-Thüringer Wald aktiv. Um die ökonomischen Effekte des Tourismus in den deutschen Biosphärenreservaten noch besser beurteilen zu können, haben sich die Würzburger Forscher weitere Studienobjekte vorgenommen: Bereits im März wollen sie Befragungen im Pfälzerwald starten, im Mai sollen der Spreewald und das Biosphärenreservat Südost-Rügen dazu kommen. Letztgenanntes vertrete den Typ, der traditionell als Ferienregion sehr bekannt ist, viele Touristen anzieht, sich aber nicht besonders als Biosphärenreservat darstellt, heißt es in einer Uni-Pressemitteilung. Der zufolge wird mit ersten Resultaten der Untersuchungen voraussichtlich im Herbst 2012 gerechnet.
