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Saubere Energie: Marina aus Lauterbach bundesweit Vorreiter

6. Dezember 2011

Mit seinem umweltfreundlichen Projekt setzt Till Jaich in der Wasserferienwelt als erster Yachthafen auf eine neues Biomethan-Energiekonzept mit eigenem Kraftwerk.

Lauterbach(OZ) - So ganz neu ist es für Till Jaich nicht, dass er andere Wege geht als die meisten Unternehmer. Als er 1999 mit seinen schwimmenden Ferienhäusern in seiner der Wasserferienwelt „Im Jaich“ startete, gab es noch nichts Vergleichbares in der Region. Gestern hat er jetzt den Schalter für ein neues Pilotprojekt umgelegt.

Der 38-Jährige setzt in Sachen Wärme und Stromversorgung auf Biomethan — also auf Erdgasqualität aufbereitetes Biogas. „Das ist klimafreundlich und auch noch wirtschaftlich. So werden wir irgendwann autark und unabhängig von den Ressourcen sein“, sagte der Lauterbacher gestern zur offiziellen Inbetriebnahme. Insgesamt 370 000 Euro hat der Jungunternehmer in den Bau eines Blockheizkraftwerkes und ein neues Nahwärmenetz, an das die komplette Ferienanlage angeschlossen ist, investiert. 70 000 Euro Fördergelder flossen dafür aus dem EU-Topf „Efre“. „Damit läuft die gesamte Marina CO2-neutral“, verkündete Jaich nicht ohne Stolz. Das Blockheizkraftwerk wandelt das Biomethan, einer Unterform von Biogas, in Strom und Wärme um. Die Prognosen sagen, dass der Strom in einiger Zeit nahezu komplett selbst produziert werden könne. Die entstehende Wärme nutzt Jaich zur Warmwasseraufbereitung in den Pfahlhäusern und Appartements. Für das notwendige Biomethan sorgt derzeit der Energieanbieter EWE. „Wir beziehen es derzeit aus Güstrow, ab Februar 2012 speisen wir es in Sagard ein“, informierte Roland Weltzien von der EWE. Unterstützung für sein ehrgeiziges Vorhaben bekam Jaich von der Bioenergieregion Rügen. „In der Form gibt es sowas im touristischen Bereich in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht, wir wünschen uns, dass noch mehr Unternehmen diesen Weg einschlagen. Solche Projekte lohnen sich vor allem, wenn große Energiemengen gebraucht werden“, betonte Sarah Gehrig, Projektleiterin bei der Bioenergieegion Rügen. So könnten erhebliche Kosteneinsparungen erreicht werden. Das glaubt auch Till Jaich. Noch sei Biogas zwar teurer als Erdgas, perspektivisch werde sich das auf Grund der Ressourcen aber ändern. Deutschlandweit gebe es seines Wissens nach keinen weiteren Yachthafen, der Energie auf diese Art produziert und nutzt, sagt er. „Das ist verwunderlich, denn es lohnt sich.“ Wichtige Voraussetzung dafür ist aber auch eine gute Auslastung der Appartements und Ferienhäuser. Laut Jaich ist seine Anlage auch in der Nebensaison im Schnitt zu 50 Prozent ausgelastet. An vielen Wochenenden sei er bereits ausgebucht.

Gute Werbung tut ihr Übriges. Als am vergangenen Sonnabend ARD und ZDF im Mittagsmagazin in einem dreiminütigen Beitrag des Mittagsmagazins von dem Lauterbacher berichtete, brach die Internetseite des Unternehmens vorübergehend unter der hohen Nachfrage zusammen.

Virginie Wolfram

jaich

Till Jaich legte gestern symbolisch den Schalter um: Der Geschäftsführer der Wasserferienwelt in Lauterbach ging mit dem klimafreundlichen Blockheizkraftwerk ans Netz. Biomethan wird dort in Strom und Wärme umgewandelt.

Foto: Virginie Wolfram



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