Reiche Beute für Rügens Sammler
Wer Pilze mag, für den ist 2010 ein gutes Jahr: Auf Deutschlands größter Insel sprießen die leckeren Wald-Bewohner so reich wie schon lange nicht mehr. Die OZ war mit auf einer geführten Sammel-Tour durch die Baaber Heide.
20. September 2010
Blieschow (OZ, Artikel gekürzt)
Für all jene, die erst noch zum Pilz-Kenner werden wollen, bietet das Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen einmal pro Jahr eine Pilzwanderung mit Experten an. Allein in diesem Jahr hatten sich 31 Teilnehmer bei Amtsvorsteherin Sabine Schlender angemeldet. Von der Haltestation des „Rasenden Roland“ in Philippshagen ging es los zu einer gemeinsamen Pilzwanderung durch die Baaber Heide. Schon nach einer Stunde waren die Körbe voll. „Ich bin erst vor einigen Wochen von Essen nach Baabe gezogen und nehme mit Begeisterung an dieser lehrreichen Pilzwanderung teil. Ich kenne eigentlich nur die Marone, aber heute habe ich alle Pilze, die ich gesehen habe, gesammelt. Anschließend lasse ich mich beraten und kenne mich dann besser bei den Pilzen aus“, so Feinschmecker Bernd Poschadel.
Das Beraten übernahm Rosemarie Focke aus Putbus. Sie ist Pilz-Fachfrau und sortierte aus den Körben kräftig aus. Schließlich hatten die Sammler in ihren Körben nicht nur schmackhafte Maronen, Perl- und Riesenschirmpilze, sondern auch solche Exemplare, die mehr als nur Bauchschmerzen zur Folge haben — etwa Schwefelköpfe, Kahle Kremplinge und sogar die bei Genuss tödlich wirkenden Knollenblätterpilze. Nachdem die Pilzberaterin auch Poschadels Beute begutachtet und so einige ungenießbare Arten aus dem Korb entfernt hatte, konnte der Baaber beruhigt nach Hause fahren — und sich eine deftige Mahlzeit zubereiten.
Die „Schwammerl“-Zeit auf der Insel ist noch nicht zu Ende. Sie endet erst im späten Herbst, wenn Stockschwämmchen, Knoblauchschwindlinge und Hallimasche wachsen. Diese Pilze können vielseitig zubereitet und verwendet werden — ob frisch gebraten, getrocknet oder eingefroren. Der Hallimasch ist im rohen Zustand giftig. Kräftig erwärmt eignet er sich aber bestens zu Fleischgerichten oder in einem schönen Eintopf.
DIETER LINDEMANN
Wer suchet, der findet: Innerhalb von nur 14 Tagen hat ein Rügener Sammler diesen stolzen Haufen an Steinpilzen gesammelt. Foto: Dieter Lindemann
