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Ranger pflegen Kopfweidenalleen im Biosphärenreservat

5. März 2015

In diesen Tagen werden verschiedene Pflegemaßnahmen in Kopfweidenalleen des Biosphärenreservates abgeschlossen.

Im Alleenabschnitt zwischen dem Radweg Freetz-Muglitz und der Freetzer Niederung wurde der Stammaustrieb an fast 70 Weiden zurückgeschnitten. Der Rückschnitt dient der Erhaltung der Kopfweidenallee als typisches Element der Rügener Kulturlandschaft. Durch ihr unverwechselbares Aussehen verleihen die Bäume der Landschaft eine charakteristische Eigenart und Schönheit. Gleichzeitig erfüllen Kopfweiden wichtige ökologische Funktionen, z.B. als Lebensraum für zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten.

Im Zuge der Pflegemaßnahmen haben die Ranger des Biosphärenreservates zudem 10 neue Weiden gepflanzt, um die in den letzten Jahren entstandenen Lücken in der Allee zu schließen.

Neben der Allee in der Freetzer Niederung wurde in diesem Jahr auch eine Kopfweidenreihe zwischen Göhren und Middelhagen gepflegt. Die inzwischen 10 Jahre alten Weiden erhielten ihren zweiten Pflegeschnitt.

Kopfweiden stellen keine Baumart im botanischen Sinne dar, es handelt sich vielmehr um eine Baumform, die aus einer besonderen Schnittpflege durch den Menschen entsteht.

Um die typische Form einer Kopfweide zu erhalten, müssen die Bäume in ihrer Jugend in einer Höhe von ca. 1 bis 4 m über dem Boden»geköpft«, d. h. abgeschnitten werden.

Durch wiederholtes Entfernen der austreibenden Zweige und Äste am Stamm verdicken sich allmählich die Schnittstellen, nach und nach entsteht die typische Kopfform.

In den nachfolgenden Jahren werden die am Kopf austreibenden Weidenruten erneut regelmäßig zurückgeschnitten. Als Folge wird der Kopf der Bäume immer stärker - schließlich erreichen die Kopfweiden ihr markantes Aussehen mit einem verhältnismäßig kurzen und dicken Stamm und einem massiven, dicken Kopf.

Früher wurden die durch den Rückschnitt der Weiden gewonnenen Ruten u. a. in der Korbflechterei oder in Verbindung mit Lehm als Baumaterial für Häuserwände genutzt.

Hintergrund:

Im Biosphärenreservat Südost-Rügen gibt es Kopfweidenalleen und –baumreihen in der Goor-Freetzer Niederung, in Neuendorf, Wreechen, zwischen Middelhagen und Göhren, in Vilmnitz und am Teich in Lobbe. Zur Erhaltung dieser typischen Elemente der Rügener Kulturlandschaft werden die Kopfweiden alle 3 bis 5 Jahre durch die Ranger des Biosphärenreservates gepflegt.

 Ranger_Kopfweidenpflanzung

Die Ranger Frank Fiedrich und Michael Kolberg (v. l.) bei der Neupflanzung einer Kopfweide im Naturschutzgebiet Goor-Freetzer Niederung



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