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Ranger des Biosphärenreservates erneuern Artenschutz-Informationstafeln an Trafohäuschen

18. März 2015

Ranger des Biosphärenreservates haben in den vergangenen Tagen die Infotafeln an artenschutzgerecht sanierten Trafohäuschen in Lonvitz, Neu Reddevitz und Baabe erneuert. Die Tafeln informieren über deren Bedeutung der inzwischen nicht mehr für die Stromversorgung benötigten Gebäude für den Artenschutz in Rügens Kulturlandschft.

Denn nach ihrer artenschutzgerechten Sanierung können die Trafohäuschen als Schleiereulenturm, Insektenhotel, Schwalbenpension dienen.

Unter ihren Dächern finden Kohl- und Blaumeise, Hausrotschwanz, Haussperling, Rauchschwalbe, Mauersegler, Dohle, Turmfalke, Schleiereule sowie Fledermäuse ein neues Zuhause. Mögliche Wintergäste sind Reptilien und Amphibien; in einer begrünten Fassade können auch Insekten wohnen.

Im Trafohäuschen in Gobbin konnten beispielsweise Schleiereulen in den vergangenen Jahren mehrfach brüten und erfolgreich ihre Jungen aufziehen.

Die etwa taubengroße Art ist durch ihren hellen, herzförmigen Gesichtsschleier unverwechselbar. Sie jagt nachts und ernährt sich vor allem von Mäusen und anderen Kleinsägern. Schleiereulen können kaum besser sehen als Menschen, daher ist ihr außerordentlich gutes Gehör von besonderer Bedeutung für die erfolgreiche Jagd im Dunkeln.

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war die Schleiereule dem Menschen als Schädlingsbekämpfer ein willkommener Gast. In Scheunen, auf Dachböden und in Kirchtürmen fand die Art Brutplätze und reichlich Nahrung.

Mit der Umstellung der landwirtschaftlichen Produktionsweisen und dem Verschwinden der großen Feldscheunen und Getreidespeicher in den letzten Jahrzehnten haben sich auch die Rahmenbedingungen für die Schleiereulen negativ entwickelt. Umso wichtiger ist damit die Erhaltung geeigneter Strukturen für die seltene Eulenart in unserer Kulturlandschaft.

Zum Schutz und zur Erhaltung der Schleiereulen hatte der NABU Rügen vor etwa 10 Jahren in Kooperationen mit dem ortsansässigen Energieunternehmen, den Naturschutzbehörden, den Eigentümern sowie verschiedenen Sponsoren mehrere Trafohäuschen auf Rügen saniert und mit unterschiedlichen Nistgelegenheiten und Quartieren artenschutzgerecht ausgestattet.

Finanziert wurde das Projekt seinerzeit mit Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE), daneben konnte der NABU Rügen Sponsoren- und Spendergelder einwerben.

Ranger_Infotafel_Trafohaeuschen 

Die Ranger Frank Fiedrich und Michael Kolberg bei der Montage der neuen Artenschutz-Infotafeln am Trafohäuschen in Lonvitz



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