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Grünes Klassenzimmer verschmutzt

oz

3. Januar 2015

Unbekannte entsorgen Müll in der Natur — „Junior Ranger“ aus Grundschule Putbus räumen den Platz auf.

Putbus. Mit viel Fleiß und Ehrgeiz haben die „Junior Ranger“ der Putbuser Grundschule ihr Klassenzimmer im Grünen auf Vordermann gebracht. Dieses war von Unbekannten verschmutzt worden. Jetzt nach den Silvesterfeiern können die Kinder nur hoffen, dass der Humboldthain von Raketen verschont geblieben ist.

Die Natur kennen und schätzen lernen — das ist das Ziel des Projektes „Grünes Klassenzimmer“ des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu). Aus diesem Grund haben die Grundschüler aus Putbus ihr eigenes Klassenzimmer unter freiem Himmel angelegt. Sie wollen dort zukünftig im Humboldthain auf den Spuren der Haselmaus wandeln und den Unterricht im Freien genießen. Das Projekt wurde zusammen von Rangern des Biosphärenreservates und dem Nabu-Kreisverband Rügen entwickelt. Und auch die Schüler trugen ihren Teil dazu bei. Doch nicht allen scheint die Natur erhaltenswert zu sein. Als die Schüler ihr Klassenzimmer vor dem Winter noch einmal besichtigen wollten, stellten sie fest, dass es verschmutz worden war. Unbekannte hatten ihre Gartenabfälle dort entsorgt.

Nun hieß aufräumen und den Müll entsorgen. Die Kinder sammelten acht Tüten mit Müll im Umfeld des Humboldthains auf. Das teilt das Biosphärenreservat Südost-Rügen mit und weist darauf hin, dass weder Garten- noch Hausabfälle in der Natur entsorgt werden dürfen. „Insbesondere geschützte Biotope sind durch die illegale Ablagerung von Abfällen stark gefährdet“, sagt Stefan Woidig vom Biosphärenreservat Südost-Rügen. Gerade diese Lebensräume stellten wichtige Rückzugsgebiete für seltene und oft gefährdete Tier- und Pflanzenarten dar, erklärt Woidig.

Das achtlose Verhalten einiger Menschen habe die Junior Ranger bei ihrem Besuch sehr enttäuscht. „Im Biosphärenreservat wird Umweltbildung ganz groß geschrieben“, erklärt der Mitarbeiter aus Putbus.

In vielen Projekten werde den Kindern vermittelt, wie wichtig eine gesunde Umwelt ist und was sie dazu beitragen könnten.

„Besonders vor diesem Hintergrund ist es sehr schade, dass einige wenige mit ihrem Verhalten diesem Bildungsansatz entgegenwirken“, beklagt Woidig.

Einige Schulen, wie die Putbuser Grundschule, beteiligen sich nicht nur am Projekt „Grünes Klassenzimmer“ — die Schüler werden zudem zu „Junior Rangern“ ausgebildet. Bei Exkursionen lernen sie die Lebensräume Wald, Wiese und Wasser kennen. Am Ende eines Schuljahres gibt es eine Junior Ranger-Prüfung, in der die Kinder zeigen können, was sie gelernt haben.

Manuela Wilk



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