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Geschenkebaum für die Tiere des Waldes

21. Dezember 2015

„Lüttenweihnachten“ des Biosphärenreservates hatte vor allem die Natur zum Inhalt

Binz. Eine anheimelnde Atmosphäre herrschte in der Granitz: Lodernde Flammen in Eisenschalen, der Duft vom gegrilltem Wildfleisch und Stockbrot über dem Feuer sowie Jagdhorn-Klänge empfingen die Besucher des Adventsmarktes „Lüttenweihnachten“ vor dem Informationszentrum des Biosphärenreservatsamtes Südost-Rügen.

Als Wertschätzung für die Natur Rügens und ihrer tierischen Bewohner war vor dem Granitzhaus ein Weihnachtsbaum errichtet worden, an den Kinder ihre Nahrungsgeschenke zum Fest der Liebe anhängen konnten. Zuvor durften die kleinen Naturfreunde im Granitz-Haus unter Anleitung von Dezernentin Dagmar Meinen, die im Biosphärenreservat für die Regionalentwicklung zuständig ist, kleine Tontöpfe mit Vogelfutter befüllen.

In der Dämmerung war es dann soweit, und die Kinder durften die Tiere und Vögel mit ihren Futterspenden bescheren. Zu den fleißigsten Schmückexperten am Weihnachtsbaum gehörten die vierjährige Jette Dobelstein und der sechsjährige Adrian Lutz. In Windeseile brachten sie Äpfel, Möhren und Vogelfutter am Geäst des Weihnachtsbaumes an. Als Dank für ihr Engagement bekamen die vielen „Lütten“ vom Weihnachtsmann Geschenke aus biologisch abbaubaren Materialien. Als Weihnachtsmann war der Göhrener Realschullehrer Jürgen Ehlert unterwegs. Die musikalische Umrahmung übernahm die Jagdhornbläsergruppe „Windland Wittow“ unter der Leitung von Tierarzt Ralph Andreas.

Am 23. Januar 2016 werden die Rügener Jagdhornbläser übrigens bei der Grünen Woche in Berlin den musikalischen Auftakt in der Mecklenburg-Vorpommernhalle übernehmen. „Im kommenden Jahr würden wir auch gerne mal vom Turm des Granitzer Jagdschlosses aus blasen“, lautete der Wunsch des 62-jährigen Veterinärmediziners.

„Wir wollen die Ausstellung im Granitzhaus neu konzipieren und umbauen, deshalb können wir in einem Jahr diesen Ort nicht für den Adventsmarkt nutzen“, sagte Dezernentin Dagmar Meinen und fügte hinzu, dass sie zuversichtlich sei, mit dem Jagdschloss eine alternative Lösung zu finden. Zu Pfingsten 2017 soll die neue Ausstellung über das Biosphärenreservat Südost-Rügen jedenfalls eröffnet werden. Die bei den Kindern sehr beliebten Geräusch- und Tastboxen werde es in der neuen Ausstellung natürlich auch wieder geben, versprach Meinen.

Trotz vieler technischer Erneuerungen soll die Ausstellung künftig noch bodenständig sein, damit Kinder hautnah die Natur erleben können. Wie sich das Fell von Tieren anfühlt, die Spuren von Rehen oder Wildschweinen aussehen, die Gesänge von heimischen Vögeln klingen — diese Sinneserlebnisse dürfen zukünftig nicht fehlen. Die Werbetrommel für die Rügener Wald-Aktien im Nennwert von 10 Euro rührten Forstamtschefin Ricarda Pries und ihre Kollegen. „Wir sind mit dem Verkaufsstart im vergangenen Herbst sehr zufrieden, aber im Hagener Forst stehen noch weitere Anteilsscheine zum Verkauf bereit“, so die Forstamtschefin, unter deren Ägide vier Reviere auf der Insel gehegt und gepflegt werden. Zu einem besonderen Lesevergnügen für Kinder und Erwachsene lud Ex-Berliner Theatermacher, Autor und Schauspieler Boris Hruschka aus der Künstlergemeinde Schweignitz am frühen Abend ins Granitzhaus ein. Gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Rügen, dem Verein Insula Rugia, dem Jagdschloss Granitz und dem Forstamt Rügen als Kooperationspartner organisierte das Biosphärenreservatsamt Südost-Rügen den mittlerweile dritten Adventsmarkt der besonderen Art.

Christian Rödel

Geschenkebaum_fuer_die_Tiere_des_Waldes_Ch_Rdel

Denken an die hungernden Tiere im Winter: Jette Dobelstein (4, l.) und Adrian Lutz (6) schmücken den Weihnachtsbaum vor dem Granitz-Forsthaus mit Essbarem für die Tiere im Biosphärenreservat Südost-Rügen.

Quelle: Foto: Christian Rödel



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