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Freiwilligen-Aktion: In Putbus erwacht der Park im Herbst

oz

26. Oktober 2015

Drei Tage lang ackerten etwa 50 Aktivisten, darunter Flüchtlinge aus Afghanistan und Mauretanien im grünen Kleinod

Putbus. Drei Tage lang hackten, rodeten, gruben, pflanzten und säten etwa 50 Freiwillige an sechs Stellen im Schlosspark zu Putbus. Der Einsatz von haupt- und ehrenamtlichen Helfern im Rahmen des Europarc-Programms „Ehrensache Natur - Freiwillige in Parks“ sowie der bundesweiten Woche des bürgerschaftlichen Engagements gehörte auf der Insel zugleich zum Auftakt der ersten Rügener Woche der Nachhaltigkeit.

Unter Federführung des Amts für das Biosphärenreservat Südost-Rügen machten die Helfergruppen zunächst klar Schiff an Fechter- und Rehtor vor dem Neuendorfer Weg. Unter Anleitung von Landschaftsarchitektin Kisten Fuß, hebeln Anja Sommer und Jörg Engelbrecht, Betreiber des Museumsschiffs „Johanna Renate“ in Lauterbach — unterstützt von einer Gruppe afghanischer Flüchtlinge — aufstrebende Eschen, Bergahorn, Brom- und Himbeeren aus dem Erdreich und „schaffen wir wieder freie Sicht zum Marstall“, sagt Anja Sommer, die sich über die gute Laune der Afghanen freut. Darunter Ziauddin Ahmady, der in der Heimat um sein Leben zu fürchten hätte, weil er Dolmetscher des Deutschen Kontingents unter ISAF-Mandat (International Security Assistance Force) gewesen sei. „Wir helfen gern mit, weil wir unsere freundliche Aufnahme mit einer freundlichen Geste erwidern möchten“, sagt er.

Bei den großen Linden hinter dem Rosencafé kämpfen Kristina Brendler und Frank Fiedrich vom Biosphärenamt sowie der pensionierte Polizist Gustav Lüth und dessen aktiver Kollege Frank Lange gegen den Japanischen Riesenknöterich; vormittags unterstützt von zwei syrischen, nachmittags von zwei mauretanischen Flüchtlingen. „Die großen Stauden verbreiten sich invasiv und verdrängen andere Arten, was die Biodiversität gefährdet", erklärt Kristina Brendler. „Einfacher als die großen Stauden zu roden wäre es allerdings, die jungen Pflanzen regelmäßig zu mähen", ergänzt Kollege Fiedrich.

Unterstützt von Heike Zumbrink von der Ehrenamtsstiftung MV und Bernd Eichhorn von Europarc Deutschland, dem Dachverband der Nationalen Naturlandschaften, der auch Arbeitshandschuhe für alle Helfer sponserte, entsteht um den alten Spalierobstgarten eine Hecke. Die Ehrenamtler setzen 400 Hainbuchen, die sie von beiden Seiten einzäunen. Außen, um sie vor Rehen zu schützen, innen, um die grasenden Schafe fernzuhalten. Marcel Pautsch, Libero des tags zuvor erfolgreichen Fußballteams vom SV Putbus, bietet sogleich Hilfe an, wenn es darum geht, die Mauer zwischen Obstgarten und Sportplatz hochzuziehen.

Ein dauerhaft zu betreuendes Projekt sollen die Bienenweiden werden, die rund um das Kriegsdenkmal im Park entstehen. Drei der runden Beete zwischen Denkmal und Schwanenteich sind bereits mit einer Mischung unterschiedlichster Blühpflanzen eingesät. „Um drei weitere sollen sich später die Kinder der Stadt kümmern“, sagt Heike Lange von der Amtsverwaltung des Biosphärenreservates. Dann soll sich auch der Bereich hinter dem Denkmal in bunten Farben den Parkbesuchern darbieten.

Uwe Driest

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Flüchtlinge aus Mauretanien und Putbuser roden Stauden des sich invasiv ausbreitenden Riesenknöterichs im Park.

Foto: Uwe Driest



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