Deutsche Website English Website Français Website Kontakt


Das aktuelle Interview: Mit Cathrin Münster, Leiterin des Amtes für das Biosphärenreservat Südost-Rügen

OA

2. September 2015

Putbus.Das Biosphärenreservat Südost-Rügen feiert 25-jähriges Jubiläum. Wir trafen uns mit Cathrin Münster, Leiterin des Amtes für das Biosphärenreservat Südost-Rügen, zum aktuellen Gespräch.

(OA-DR):Frau Münster, das Jahr 2015 steht für viele 25-jährige Jubiläen. So auch für das Biosphärenreservat. Wie wird dieses Jubiläum in Ihrem Hause begangen?

C.M.:Wir nehmen das Jubiläum zum Anlass, erstmalig zu einem Tag der offenen Tür einzuladen. Dazu wird es am kommenden Sonnabend, 5. September, in der Amtsverwaltung am Circus 1 die Möglichkeit geben, auch hinter die Kulissen zu schauen.. Interessierte Bürger und Gäste der Stadt sind in der Zeit von 10 bis 15 Uhr dort herzlich willkommen.

(OA-DR):Die Biosphäre war viele Jahre umstritten. Auch heute noch gibt es an der einen oder anderen Stelle Konfliktpotenzial mit Gemeinden und Landwirten. Wie ist der Umgang mittlerweile?

C.M.:Ich bin immer dafür, bei Konflikten mit- statt übereinander zu reden. Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Beirat der Biosphäre, in dem die Gemeinden vertreten sind, die im Gebiet der Biosphäre liegen. Hier tauschen wir uns regelmäßig aus und sprechen auch strittige Themen an, für die wir dann gemeinsam eine Lösung suchen. Bei Landwirten, Grundstücksbesitzern und auch Investoren führen wir Einzelgespräche, in deren Ergebnis wir fast immer Konsens erreichen, so dass die beteiligten Seiten zufrieden sind und beispielsweise Investitionen an uns als Amt nicht scheitern sollen. Wir stehen ja ausdrücklich für eine Entwicklung der Biosphäre.

 (OA–DR):Apropos Entwicklung. Wie sieht denn die Zukunft der Biosphäre bei der Gebietserweiterung aus?

C.M.:Die Gebietserweiterung ist in diesem Jahr noch nicht dran, auch im nächsten nicht. Dazu haben wir zu viele Hausaufgaben auf dem Zettel, die noch erledigt werden müssen. Aber ehrlich gesagt, begleitet uns das Thema jeden Tag, bei jeder Aktion. Denn die Gebietserweiterung kann nur gelingen, wenn die Biosphäre in ihrer jetzigen Ausdehnung ein Erfolg wird.

(OA–DR):Sie sagten einmal, dass das Amt für die Biosphäre mit seinen Mitarbeitern immer als gutes Beispiel bei Entwicklungen voran gehen soll. Welche aktuellen Projekte gibt es denn?

C.M.:Wir haben uns lange den Kopf zerbrochen, ob und wie eine Nachfolgeveranstaltung für die einst so erfolgreiche Holzmesse im Amtsbereich gefunden werden kann. Wir werden dazu vom 24. bis 31. Oktober eine Woche der Nachhaltigkeit, gemeinsam mit Partnern auf der Insel durchführen. Da wird es eine Menge Veranstaltungen, aber auch Greifbares geben.

(OA-DR):Was ist denn unter greifbar zu verstehen?

C.M.:Nun, gemeinsam mit der Stadt Putbus werden wir im ehemaligen fürstlichen Obstgarten neue Hecken anlegen, den Japanischen Knöterich im Park zurückdrängen und auch wieder Ein- und Durchblicke im Park schaffen , die über die Jahre zugewachsen sind. Die Aktion läuft unter dem Titel „Parkerwachen“ und wird nur möglich, weil Putbusser Vereine wie die Kleingärtner und viele Bürger sich aktiv einbringen, auch in die Planung. Unabhängig davon, dass wir ja regelmäßig im Park tätig sein wollen. Ein zweites Beispiel: In Lohme wird unter Federführung des Forstamtes ein Klimawald angelegt. Ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen. Die beteiligten Partner werden die Aktionen der Woche der Nachhaltigkeit zeitnah vorstellen.

(OA-DR):Wer sind denn die Partner?

C.M.:Das Naturerbe Zentrum Rügen, das Forstamt Rügen, der Tourismusverband Rügen, die Tourismuszentrale Rügen, der Rügenprodukte Verein, die Esskultur Rügen, das Nationalparkzentrum Königstuhl, Insel e.V., der Landkreis mit seinem Klimamanager und das Nationalparkamt Vorpommern.

(OA-DR):Ein Dauerthema auf der Insel sind die Alleen, für die im ehemaligen Landkreis Rügen ein Alleenschutzkonzept aufgelegt wurde. Sie sagten einmal, dass das Amt für die Biosphäre daran arbeiten will, dass an der Deutschen Alleenstraße, die ja in Sellin beginnt, Lückenschlüsse erfolgen sollen. Wie weit sind denn diese Pläne?

C.M.:Wir werden Lückenschlüsse vornehmen, in diesem Jahr im Bereich der Stadt Putbus. So werden wir 19 Eichen in Richtung Lonvitz pflanzen. Weitere zehn Eichen werden in Nadelitz gepflanzt. Und der Radsportverein Rügenrund/ Verein Tour d’ Allée Rügen wird am 10. Oktober ebenfalls noch 18 Bäume pflanzen. In Kasnevitz selbst wollten wir auch noch Rotdorn nachpflanzen. Aber da dort im Jahr 2017/18 die Ortsdurchfahrt neu gebaut wird, haben wir dieses Vorhaben nach Abschluss der Bauarbeiten geschoben.

(OA-DR):Kritiker der Lückenschlüsse bei den Alleen sagen, dass es besser wäre, die restliche Allee zu fällen und dann komplett neu zu pflanzen, da die jungen Bäume meistens nicht genug Licht bekommen, um kräftig zu wachsen.

 C.M.:Wir setzen nicht einfach einzelne Jungbäume zwischen die altgewachsenen Bäume. Wenn, dann pflanzen wir so nachhaltig, dass die Bäume sich auch gut entwickeln können. Dies ist übrigens seit zehn Jahren ein Anspruch, den die Biosphäre verfolgt. Und wir wollen mit den Pflanzungen auch ein Zeichen an die Bevölkerung geben, dass wir uns um die geliebten Alleen der Rüganer kümmern.

(OA-DR):Gibt es diesbezüglich Planungen, welche Abschnitte der Deutschen Alleenstraße noch für Lückenschlüsse in Frage kommen?

C.M.:Ja, die gibt es. Allerdings sind wir überall außerhalb der Ortslagen auf das Straßenbauamt angewiesen. Dort gibt es Vorgaben und Umstände, die es uns nicht gerade einfach machen. Zum Beispiel Abstände zur Fahrbahnkante oder Grunderwerb. Aber wir lassen nicht locker, auch weil unser Beirat ausdrücklich hinter dem Projekt steht.

(OA–DR):Kommen wir noch einmal kurz auf das 25-jährige Jubiläum der Biosphäre. Was wünschen Sie sich für die weitere Zukunft des Amtes und speziell für den 5. September?

C.M.:Ich möchte, dass uns als Amt die Einwohner im Gebiet der Biosphäre und auch natürlich auch die politisch Handelnden sachlich-kritisch bei der Arbeit und unseren Projekten begleiten. Für den 5. September wünsche ich mir, dass sich möglichst viele Einwohner und auch Gäste der Region für unser Amt und die Arbeit meiner Mitarbeiter interessieren und einfach den Tag der offenen Tür nutzen, um sich umfassend zu informieren.

 (OA-DR): Wir danken für das Gespräch. Das Interview führte RobbyGünther

Cathrin-Muenster-Foto-Gerit-Herold

Cathrin Münster ist Leiterin des Amtes für das Biosphärenreservat Südost-Rügen. Foto:Archiv/Herold



Impressum | Kontakt | Sitemap