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Biosphäre als Entwicklungshelfer

oz

28. Februar 2015

Reservatsverwaltung sucht nach neuen Ideen, um nachhaltiges Leben auf der Insel voranzutreiben.

Putbus. Was kann das Biosphärenreservat Südost-Rügen tun, um die regionale Entwicklung voranzubringen? Viel, sagt Amtsleiterin Cathrin Münster. Denn der Status sei eine Chance und eine Bereicherung und keine Einschränkung für die Menschen, die im Schutzgebiet leben. Deshalb geht das Biosphärenreservat jetzt in die Offensive. Es ruft die Insel auf, Ideen einzureichen, um gemeinsame Projekte anzuschieben. Mitmachen kann jeder: Gemeinden, Institutionen, Vereine, Schulen, Privatpersonen. Dabei geht es um die Themen Regionalentwicklung, Naturschutz, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Stärkung der regionalen Identität, Tourismus, Landwirtschaft und Fischerei.

„Die Förderperiode für die nächsten sieben Jahre hat gerade begonnen. Wann, wenn nicht jetzt? Wir wissen nicht, was danach kommt“, ist Cathrin Münster voller Tatendrang und für alle Vorschläge offen. „Wir sehen uns dabei als Dienstleister, Vorhaben mit auf den Weg zu bringen und zu begleiten.“ Fördermöglichkeiten gebe es viele. Die Reservatsverwaltung mit ihren 29 Angestellten (18 davon in der Behörde) könne die Antragstellung unterstützen. Seit Jahren arbeite sie mit verschiedenen Stiftungen und Partnern als Geldgeber eng zusammen.

So wurden und werden bereits eine Reihe von Vorhaben realisiert. Beispielsweise konnte das Kinderferienlager im Naturschutzgebiet Goor zurückgebaut und ein „Pfad der Muße & Erkenntnis“ geschaffen, der Durchlass am Süllitzer See erneuert und ein Aussichtspunkt hergerichtet, das Aussichtsplateau auf dem Mönchguter Bakenberg instandgesetzt und die Baustilfibel Rügen neu aufgelegt werden (die OZ berichtete).

Als größte Herausforderung für die nächsten Jahre steht die Renaturierung des Wreecher Sees auf dem Plan. Cathrin Münster rechnet mit vier bis sechs Millionen Euro, die die Maßnahme kosten wird. Ein weiteres Ziel: die Gestaltung eines Lehrpfades „Rund Thiessow“ als Naturerlebnis für alle Sinne und mit interaktiven Modulen. In diesem Zusammenhang wird auch der Feuerlöschteich neugestaltet. „Eine Idee, die von der Gemeinde an uns herangetragen wurde und gemeinsam mit der Grundschule Gager verwirklicht wird“, so Münster. Auf der Liste der Vorhaben steht auch, den Fürstlichen Spalierobstgarten im Putbusser Park wieder herzurichten und dort einen regionalen Markttag zu etablieren, die Ausstellung im Informationszentrum Granitzhaus zu modernisieren, im Oktober die Dauer-Aktion „Deutsche Alleenstraße — lückenfrei“ zu starten sowie eine Woche der Nachhaltigkeit mit vielen Partnern, den Küstenputz mit den Schulen zu erweitern und eine haselmausfreundliche Hecke bei Kasnevitz zu gestalten.

Anmeldung

Am 1. Mai ist der Stichtag für die Anmeldungen der Projekte. Seit gestern sind dazu Informationen auf der Internetseite des Biosphärenreservates Südost-Rügen freigeschaltet. Es gibt ein Online-Formular und eine Formular- Datei zum Herunterladen. Ansprechpartner im Amt ist Heike Langer, ☎ 038301/882936 (h.lange@suedostruegen.mvnet.de).

Info: www.biosphaerenreservat-
suedostruegen.de/Projektideen

Gerit Herold

G_Herold_Biosphaere-als-Entwicklungshelfer

Das größte Vorhaben in den nächsten Jahren: Die Renaturierung des Wreecher Sees. Die Kosten für die Arbeiten werden derzeit auf vier bis sechs Millionen Euro geschätzt.

Foto: Gerit Herold



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