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An der Ostsee einzigartig: Mehr als 500 Müllpolizisten im Einsatz

19. Juni 2015

Seit April haben sich Mädchen und Jungen von neun Schulen der Inseln Rügen und Hiddensee am Projekt Küstenputz beteiligt und die Strände von Unrat befreit.

Sellin. Sie sind Umweltfreunde, Experten, Bescheidsager, richtige Müllkiller und echte Helden. Seit April waren mehr als 520 Schülerinnen und Schüler aus 25 Klassen von Rügen und Hiddensee im Einsatz, um die Strände entlang der Küste vom Müll zu befreien. 140 Mädchen und Jungen aus den Grundschulen Sellin, Putbus, Mönchgut und Sassnitz beschäftigten sich zudem in Zusammenarbeit mit dem Biosphärenreservat Südost-Rügen, dem Nationalparkamt Vorpommern und dem WWF in dieser Woche in verschiedenen Arbeitsgruppen mit den Themen Lebensraum Küste und Vermüllung der Meere, führten Experimente durch und verarbeiteten den Unrat kreativ zu kleinen Kunstwerken. Die Ergebnisse wurden gestern bei der großen Abschlussveranstaltung zum diesjährigen Küstenputz in der Aula der Grundschule Sellin präsentiert.

Für das Projekt Küstenputz, das im Jahr 2007 erstmals vom Biosphärenreservat angeschoben wurde, habe er gern wieder die Schirmherrschaft übernommen, sagte Landrat Ralf Drescher. „Weil es ein tolles Projekt ist. Ich bin stolz auf das, was ihr geleistet habt. Ihr seid ein Vorbild für das ganze Land“, sagte Drescher.

Das weiß auch Cathrin Münster, Leiterin des Biosphärenreservatsamtes: „Die Initiative ist einzigartig, nicht nur in Deutschland, sondern ostseeweit.“ Zum Jubiläum in zwei Jahren soll die Aktion „ganz groß aufgezogen werden“, betonte Münster.

Beteiligt hatten sich neben den vier genannten Bildungseinrichtungen auch die Grundschule Binz, die Regionalen Schulen aus Binz und Göhren, die Christophorusschule Rügen und die Regionale Schule mit Grundschule Hiddensee.

„Es ist das achte Mal, dass die Grundschule Sellin mitmacht, die Küste etwas sauberer zu gestalten. Ich bin froh und traurig. Traurig, weil wir in so kurzer Zeit so viel Müll gefunden haben und so viel Müll zu finden ist, den Menschen achtlos fallen lassen“, erklärte Schulleiterin Anne Eckert. Die vielfältigen Kunstwerke, die die Schüler geschaffen haben, würden somit auch ermahnen, bewusster mit der Natur umzugehen.

Die kleinen Müllpolizisten haben jede Menge Kreativität bewiesen, um aus dem gesammelten Abfall am Strand Skulpturen und Plakate zu gestalten. Die besten werden bis zum Herbst im Granitzhaus, dem Infozentrum der Biosphäre am Jagdschloss, zu sehen sein. Alle Teilnehmer erhielten für ihr Engagement eine Medaille, die Schulen jeweils 100 Euro. Die beiden dritten Klassen aus Sellin dürfen zudem mit dem Bus in den Inselnorden fahren und dort das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl besichtigen. Die Präsente überreichte auch ein Überraschungsgast: Taucher Jaques, der sonst im Auftrag des Deutschen Meeresmuseums unterwegs ist, war mit Birgit Schuster vom Schnuppe-Figurentheater extra nach Sellin angereist.

Bei der Müllpolizei gibt es übrigens auch ein SEK2. Das ist an der Regionalen Schule „Windland“ in Altenkirchen stationiert und wurde vor Jahren von Rolf Schernus gebildet. Das Besondere: Die Schüler putzen nicht nur regelmäßig die Küste und führen ein Müllmonitoring im Rahmen des Unterrichts durch, sondern sammeln auch in ihrer Freizeit Unrat am Strand ein.

Info: Die Küstenputzaktion wurde wieder unterstützt vom Tourismusverband Rügen, Rotary Club und Soroptimist Club Rügen. Die Kurverwaltungen Gager, Göhren und Sellin entsorgten den anfallenden Restmüll.

Gerit Herold

Müll-Kunstwerk

Die besten Müll-Kunstwerke sind bis Herbst im Granitzhaus am Jagdschloss zu sehen.

© Fotos: Gerit Herold



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