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Fortsetzung Lebensräume

 

Wälder:

Ca. 25 % der Landfläche des Biosphärenreservates ist von Wäldern der unterschied­lichsten Ausprägung bedeckt. Auf den pleistozänen Inselkernen, insbesondere im Bereich der Granitz sind Buchenwälder verschiedener Ausprägung ausgebildet. Daneben finden sich Reste der einstigen gehölzreichen Bauernwälder, die einen erhöhten Anteil an Wildobst-Arten aufweisen und in der Vergangenheit als Niederwald bewirtschaftet wurden.

Auf den holozänen Meeressandebenen und Dünen herrscht die Kiefer vor. Die Bodenvegetation besteht aus Heidekraut, Strauchflechten und Silbergras.

 

Moore, Anmoore und Verlandungsgürtel:

Moore nehmen ca. 15 % (ca. 1.500 ha) der Landfläche des Biosphärenreservates ein. Die meisten für Nordostdeutschland beschriebenen hydrologisch-entwicklungsgeschichtlichen Moortypen sind vertreten. In Abhängigkeit von Trophie und Bodenwasserverhältnissen treten auf diesen Mooren Vegetationsformen der oligotrophen Armmoore, mesotrophen Zwischenmoore und eutrophen Reichmoore auf.

Kleine Kesselmoore kennzeichnen das pleistozäne Hochland der Granitz, Quell- und Durchströmungsmoore treten vor allem an den Flanken der Inselkerne Mönchguts auf. An den Rändern der Bodden und Seen konnten sich Küstenüberflutungs- und Verlandungsmoore ausbilden, teilweise finden sich Versumpfungsmoore in den Riegen der holozänen Strandwallfächer.

Die Durchströmungs- und Küstenüberflutungsmoore sind von Natur aus waldfreie Lebensräume. Die torfbildenden Vegetationsformen dieser Niedermoore sind infolge der nahezu flächendeckenden Meliorationen und Eindeichungen jedoch fast vollständig verschwunden. Auch nutzungsbedingte Großseggenriede, Pfeifengraswiesen, Borstgrasrasen und Salzbinsenrasen sind nur noch in kleinen Resten vorhanden.

 

Wiesen, Weiden und Feuchtgrünlander:

Mehrheitlich tragen die entwässerten Moore heute eine Sekundärvegetation. Extensivierungsprozesse haben in jüngerer Vergangenheit zur Ausbildung artenreicher Wiesen und Mähweiden, extensiven Feucht- und Nassgrünländern, Salzwiesen aber auch degradierten Saatgrasländern und Flutrasen geführt.

 

Mager- und Halbtrockenrasen und Heiden:

Natürlich entstandene Mager- und Trockenrasen sind an Küsten, auf Dünen oder jungen Nehrungen ausgebildet. Die Mehrzahl der derzeit im Biosphärenreservat vorhandenen Heiden, Trocken- und Magerrasen ist jedoch sekundär entstanden. Zur Erhaltung dieser wertvollen Vegetationsformen bedarf es einer ständigen, extensiven Bewirtschaftung durch den Menschen.

Insbesondere in der ausgeprägten Moränenlandschaft des Mönchgutes finden sich aufgrund der nährstoffarmen, wasserdurchlässigen Standorte Trockenbiotope in mannigfaltiger und artenreicher Ausprägung, wie z.B. Kalk-Halbtrockenrasen.

 

Äcker und nährstoffreiche Ackerbrachen:

Außerhalb der Kern- und Pflegezone nehmen intensiv genutzte Äcker und nährstoffreiche Ackerbrachen große Flächenanteile (ca. 3.600 ha = 30 %) ein. Innerhalb dieser Ackerschläge treten Sölle auf, die vielfach vernässt sind und eine typische Feuchtevegetation aufweisen.

 

Die in der ostrügenschen Moränenlandschaft zahlreich vorkommenden Moränenkup­pen wurden in der Vergangenheit überwiegend beackert. Die Erträge auf diesen nährstoffarmen und sandigen Böden waren jedoch so gering, dass die Standorte aus der Ackernutzung entlassen wurden. Je nach der Dauer der Auflassung haben sich auf diesen Kuppen inzwischen überwiegend als Bauernwälder genutzte Zwischenwälder entwickelt. Teilweise tragen die Standorte Sukzessionsstadien von typischen Pionierfluren bis hin zu nutzungsbedingten Vor- und Zwischenwäldern. Häufig handelt es sich um strukturreiche „Magerrasen-Gehölz-Komplexe“.

 

Die recht dichte Besiedlung des Biosphärenreservates zeigt sich in dem hohen Anteil von fast 30 % Siedlungsfläche (3.100 ha) bezogen auf den Landanteil des Schutzgebietes.



Blick vom Jagdschloss über die Granitz auf den Greifswalder Bodden

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