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Sevilla-Strategie und Madrider Aktionsplan

Die Vision von Sevilla für das 21. Jahrhundert und die Weiterentwicklung der Strategien im Madrider Aktionsplan (2008)

"Welcher Zukunft steht die Welt an der Schwelle zum 21. Jahrhundert gegenüber? Aktuelle Trends des Wachstums und der Verteilung der Bevölkerung, die Globalisierung der Wirtschaft und die Auswirkungen von Handelsstrukturen auf ländliche Gebiete, die Aushöhlung kultureller Werte, der erhöhte Energie- und Ressourcenbedarf, die Zentralisierung von Informationen und Erschwerung des Zugriffs sowie die ungleiche Verteilung technischer Innovationen zeichnen ein ernüchterndes Bild der Umwelt- und Entwicklungsaussichten in der nahen Zukunft.

Der UNCED-Prozeß (= United Nations Conference of Environmental Development = "Rio-Prozeß” = Umweltgipfel von Rio de Janeiro 1992 und Folgekonferenzen) eröffnet eine Alternative, die aufzeigt, wie unter Einbeziehung der Verantwortung für die Umwelt und größerer sozialer Gerechtigkeit einschließlich der Achtung ländlicher Gemeinschaften und ihres gesammelten Wissens auf eine nachhaltige Entwicklung hingearbeitet werden kann. Die AGENDA 21, die Übereinkommen über Biologische Vielfalt, Klimaänderungen, Wüstenbildung und andere multilaterale Abkommen weisen auf internationaler Ebene den Weg in die Zukunft.

Die internationale Gemeinschaft benötigt jedoch auch praktische Beispiele, die die Vorstellungen der UNCED zur Förderung der Erhaltung und der nachhaltigen Entwicklung umfassen. Diese Beispiele können nur dann funktionieren, wenn sie sämtlichen sozialen, kulturellen, geistigen und wirtschaftlichen Bedürfnissen der Gesellschaft gerecht werden und auf einer gesicherten wissenschaftlichen Grundlage beruhen.

Biosphärenreservate sind solche Beispiele. Anstatt zu Inseln in einer Welt zu werden, die zunehmend durch menschliche Nutzung beeinträchtigt wird, können sie vielmehr zu Schauplätzen der Versöhnung von Mensch und Natur werden, dazu beitragen, Wissen der Vergangenheit auf die Erfordernisse der Zukunft zu übertragen, und aufzeigen, wie die Probleme unserer sektoral orientierten Institutionen überwunden werden können. Kurzgefaßt: Biosphärenreservate sind viel mehr als nur Schutzgebiete.

Biosphärenreservaten fällt daher eine neue Rolle zu. Sie stellen nicht nur für die Menschen, die in ihnen und in ihrer Umgebung leben und arbeiten, eine Möglichkeit dar, ein ausgewogenes Verhältnis zur Natur zu wahren, sondern leisten auch einen Beitrag zu den Bedürfnissen der Gesellschaft insgesamt, indem sie einen Weg in eine nachhaltige Zukunft aufzeigen. Dies ist der Kern unserer Vision für die Biosphärenreservate im 21. Jahrhundert.”

Der auf dem 3. Weltkongress der Biosphärenreservate im Februar 2008 in Madrid beschlossene Madrider Aktionsplan stellt eine Weiterentwicklung der Strategie von Sevilla aus dem Jahre 1995 dar. Er formuliert Maßnahmen, Ziele und Erfolgsindikatoren für den Zeitraum 2008 bis 2013. Insbesondere wegen der durch den Klimawandel hervorgerufenen Herausforderungen wird dem Weltnetz der Biosphärenreservate künftig ein besonderer Stellenwert eingeräumt.



Rasender Roland

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